Jahresbericht des Geschäftsführers

18. 10. 2008 - 17. 10. 2009

Stiftungstag
Am 18.10.2008 begann der jährliche Stiftungstag mit einem Hochamt in der Klosterkirche der Cellitinnen. Der Eucharistiefeier stand Abt Andreas Range OCist aus Marienstatt vor, der auch die Predigt hielt.
Mit dem anschließenden Festvortrag „Geschichten – Einblicke in das Werk des Cäsarius von Heisterbach“ stimmte  Pfr. i.R. Georg Kalckert die Zuhörer auf die am heutigen Tag vorgestellte Neuherausgabe des „Dialogus miraculorum“ des sel. Cäsarius von Heisterbach ein.

Bei der darauf folgenden Sitzung des Kuratoriums konnte Landrat Frithjof Kühn begrüßt werden, der sich nach dem Fortgang des Projektes „Klosterlandschaft Heisterbach“ im Ramen der Regionale 2010 besonders erkundigte und seine Unterstützung, vor allem hinsichtlich der spirituellen Dimension des Ortes, zusagte.

Charte européenne
Im Verwaltungsrat der Charte (Conseil d’Administration) in nun neben Heisterbach auch Maulbronn vertreten. Pfr. Kalckert wurde zu einem der stellvertretenden Vorsitzenden der Charte gewählt.
Am 1. Mai 2009 nahm Pfr. Kalckert an der diesjährigen Generalversammlung der Charte in Alcobaca/Portugal teil.
Auf der Basis der „Charte“ entwickelten sich erfreuliche Kooperationen auf bundesdeutscher Ebene. Zu nennen ist das Symposion „Die Idee vom Ganzen“ vom 5. – 6. Juni anläßlich des Weltkulturerbetages in Maulbronn und das Symposion „Klosterlandschaft im Fokus von Raum und Zeit“ vom 26. – 27. Juni in Himmerod. In 2010 ist ein weiteres Symposion in Salem geplant. Neben Pfr. Kalckert ist auch Dr. Klaus-Dieter Kleefeld an der Entwicklung und Durchführung dieser Symposien beteiligt. Damit wird das Projekt „Modellhafte Konzeptentwicklung Klosterlandschaft Heisterbacher Tal“ sozusagen zum Exportschlager: an und durch Heisterbach entdecken andere Klosterstätten ihre Klosterlandschaft.
Zusammen mit Maulbronn planen wir (nach französischem Vorbild) einen Tag der „zisterziensischen Weingüter“ in der Bundesrepublik.
Nach wie vor erweist sich die Kommunikation mit der Verwaltung der Charte als schwierig. Einerseits liegt das an den sprachlichen Schwierigkeiten, andererseits aber auch daran, dass die Charte ursprünglich als francophoner Freundeskreis ehemaliger Zisterzienserstätten gegründet wurde und nun mit der europäischen Öffnung und Erweiterung (bis hin nach Polen, Portugal, Dänemark, Schweden – und Deutschland) in ihrer Verwaltungsstruktur überfordert zu sein scheint.

Regionale 2010
Erste, öffentlich wahrnehmbare, Maßnahmen der Regionale2010 fanden vor Beginn der Vegetationszeit mit der Abholzung des „Pleasure-Grounds“ um die vermuteten Abteigebäude herum statt. Mit diesem Kahlschlag zeigte sich schon die Chorruine in einem ganz neuen Licht. Sowohl die ehemalige Zisterzienserabtei als auch die romantische Parklandschaft ließ sich erahnen.
Mit dem Projekttag am 28. Juni 2009 wurde das Projekt „Klosterlandschaft Heisterbach“ einem breiten Publikum vorgestellt. Neben dem musikalischen und pädagogischen Rahmenprogramm (Archäologie für Kinder/Schatzsuche) standen im Vordergrund die von Herrn Christoph Keller geleiteten Ausgrabungen im Abteibereich. Diese  ergaben aufschlußreiche Erkenntnisse zur Anordnung der Abteigebäude. Ende August wurde die Grabung abgeschlossen. Ohne der Auswertung der Grabungsergebnisse vorweggreifen zu wollen, kann zum jetztigen Zeitpunkt schon gesagt werden, dass man sich die Abtei Heisterbach viel größer vorstellen muss, als es die jetzigen Gegebenheiten erahnen lassen.
Hilfreich ist dabei die digitale Visualisierung der Klosterlandschaft in verschiedenen Zeitebenen durch Prof. Dissenbacher. Erste Einblicke haben wir mit Vertretern des AK Heisterbach nehmen und kritisch korrigieren können.
Neben der Sicherung der Funde und der Überlegung, diese in Teilen auch den Besuchern sichtbar zu machen, steht nun die Umgestaltung des Geländes „intra muros“ im Vordergrund. Z.Zt. sichtbar an der Renovierung des Pfortenhauses.
Vom AK Heisterbach wurde die Schaffung einer meditativen „Stille-Zone“ im ehemaligen Klausurbereich, hinter dem Brauhaus unter Einbeziehung des Friedhofs der Ordensschwestern, angeregt. In dem von arbos vorgelegten Freiraumkonzept findet leider die Umgestaltung der Friedhofkapelle (nicht Mausoleum) als Meditationsraum noch keine Berücksichtigung.

Projekt Eurocist
In den vergangenen Monaten ist das Projekt „Eurocist“ mit seinen Beständen innerhalb der Klostermauern in den ehemaligen „Obstkeller“ der Schwestern umgezogen. Die Sammlung ist dort komfortabel untergebracht. Hier sei besonders der Marienborn gGmbH und ihrem Geschäftsführer Achim Klein für die tatkräftige ideelle, materielle und finanzielle Unterstützung gedankt.
Neben der andauernden digitalen Erfassung der Daten, sammelt das Projekt auch die Informationen anderer Sammler. Durch die Kontakte über die Charte konnte im letzten Jahr die Sammlung von Jean Pierre Renard „Honor Brabantiae Villarium“ übernehmen (vor allem belgische und franzöische Zisterzen). Die Einarbeitung  in den Bestand ist im Gange.

Klassik in der Scheune
Dank der Unterstützung der „Wohnungsgesellschaft des rheinischen Handwerks“ (wrh) und eines einzelnen Förderers konnte die Reihe „Klassik in der Scheune“ mit vier Konzerten erfolgreich durchgeführt werden. Für das Wohlbefinden der Konzertbesucher sorgte die Kreissparkasse Köln, die die Anschaffung der Sitzpolster für die Bestuhlung finanzierte.
Beim letzten Konzert am 6. 9., das auch als Rahmenprogramm zum Bonner Beethoven-Festival beworben wurde, hatte fast die Hälfte der Zuschauer (gesamt ca. 170) die Karten im Vorverkauf über „bonnticket“ erworben. Das spricht für eine deutliche Akzeptanz der Konzertreihe in der Region.
Hier sei vor allem Herrn Wolfram Lehnert gedankt, der als künstlerischer Leiter die Konzerte plant, akribisch nach musikalischen Leckerbissen sucht und sie mit dem „Ensemble van Beethoven“ umsetzt.

Weitere Veranstaltungen in und um Heisterbach:

  • Am 30. Juni 2009  fand die Generalversammlung des VVS in Heisterbach statt.

  • Das alljährliche Treffen der Königswinterer Pfarrgemeinden „Miteinander in Heisterbach“ fand am 1. Mai 2008 statt.

  • Vom 11. – 15. Juni 2009 führte der „Arbeitskreis Heisterbach“ eine Exkursion zu zisterziensichen Stätten in Ostdeutschland durch.

  • Vom 11. – 17. Oktober 2009 führte Pfr. Kalckert mit 46 Teilnehmern eine Studienreise „Zisterzienser in England“ durch.

Ausstellung und Führungen
Bislang war die Zehntscheune von Mai bis Oktober am sonntagnachmittag für Besucher geöffnet. Den ehrenamtlichen Mitarbeiter/-innen, danken wir für den „Scheunendienst“.  
Führungen durch das Abteigelände haben in der Vergangenheit hauptsächlich Pfr. Kalckert und Frau Maria Wolters durchgeführt. Dafür danken wir ganz herzlich.
Neben den unangemeldeten Besuchern haben durch das Regionale2010 Projekt die Anfragen nach geführten Besichtigungen stark zugenommen. Dafür werden wir mit Frau Weber von der Marienborn gGmbH in Kürze Vereinbarungen über Planung, Durchführung und Finanzierung treffen.

Ausblick 2010

  • Ausstellung und Performance „Aschermittwoch – Palmsonntag 2010“. Mit Fotografien von Hagen Gervers und der Performancekünstlerin Veronika Fulde (beide Bonn)

  • Klassik in der Scheune

  • Studienreise „AK Heisterbach“ + öffentliche Reise: „Zisterzienser im Barock –Süddeutschland/Österreich“

Sonstiges
Auf der Jahreshauptversammlung des Rheinischen Vereins am 27. Juni 2009 wurde Pfr. Markus Hoitz in den wissenschaftlichen Beirat des RVDL gewählt.

 

Heisterbach, 18. Oktober 2009

                                                                                        Pfr. Markus Hoitz (Geschäftsführer)