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Stiftungstag 2009
Der Stiftungstag am 18. Oktober 2009 begann mit dem Festhochamt in der Klosterkirche, dem der Altbischof des Bistums Essen, Dr. Hubert Luthe vorstand. Im Bistum Essen, an der Ruhr-Uni Bochum, war bis zum Umzug nach München die Herausgabe der „Fontes Christiani“ angesiedelt.
In dieser Reihe erschien in 5 Bänden die Neuherausgabe des „Dialogus miraculorum“ des Cäsarius von Heisterbach, die nach dem Festhochamt im Festakt vorgestellt werden konnte. Als einer der Herausgeber führte Herr Dr. Rainer Ilgner (auch stellvertretender Sekretär der Bischofskonferenz) in einer humorvollen und sinnigen Weise in das Werk des Cäsarius ein. Anschließend erläuterte Herr Dr. Horst Schneider als wissenschaftlicher Bearbeiter der von Pfr. i.R. Klaus Nösges besorgten Übersetzung des „Dialogus miraculorum“ dessen Geschichte und Aufbau.
Lange haben wir auf die vollständige Ausgabe des „Dialogus“ in Latein und Deutsch gewartet und sind nun froh darüber, mit diesem Werk des Cäsarius in Vorträgen oder bei Führungen arbeiten zu können. Herrn Pfr. i.R. Klaus Nösges, Herrn Dr. Horst Schneider und dem Herausgeber sei an dieser Stelle nochmals für ihr Bemühen gedankt.
Vorträge zu Cäsarius
Das Interesse an Pfr. Kalckerts Vorträgen zu Cäsarius zeigt die Bedeutung des Cäsarius und Heisterbachs an. Am 11. März 2010 referierte er in dem von Hochwasserkatastrophen heimgesuchten Zisterzienserinnenstift St. Marienthal (im Bistum Dresden-Meißen), am 13. März in der Heisterbacher Mutterabtei Himmerod, am 25. März in dem im Enzkreis gelegenen Maulbronn und am 6. Juli beim benachbarten Heimatverein Oberkassel.
„Events“
Die von der Stiftung initiierten und betreuten „Events“ begannen am Aschermittwoch, dem 17. Februar mit der Ausstellung „Mystische Symbiosen“. Nach der hl. Messe und der Aussteilung des Aschenkreuzes führte Pfr. Markus Hoitz in die Ausstellung ein. Hier waren Fotografien von Hagen W. Gervers zu den von der von Veronika Fulde inszenierten „Performance“ zu betrachten (beide Künstler aus Bonn). Thema war – passend zur Fastenzeit – die Vergänglichkeit des Menschen, dargestellt durch in „Sack und Asche“ gekleideten Frauen vor der Klosterruine. Die Ausstellung schloß am Nachmittag des Palmsonntags (28. März) mit einer Performance vor der Kulisse der Klosterruine.
Die Ausstellung und die Performance stellen eine eigene und gute Gelegenheit zur geistlichen Gestaltung der Fastenzeit in Heisterbach dar. Einige der ausgestellten Fotografien befinden sich noch in der Klosterkirche, da sie sehr gut zu Heisterbach passen. Wir suchen noch nach Sponsoren, die einen Ankauf der Fotografien ermöglichen.
Ein weiterer kultureller Höhepunkt in Heisterbach war die Konzertreihe „Klassik in der Scheune“. Mit vier Konzerten (30. Mai, 13. Juni, 4. Juli und 10. Oktober) begeisterte das Ensemble van Beethoven unter der Leitung von Wolfram Lehnert das Stammpublikum. Während der Besuch der ersten drei Konzerte hinter dem Durchschnitt des vergangenen Jahres blieb, war das letzte Konzert mit rund 200 Zuhörern komplett ausverkauft.
Die Nachfrage für Veranstaltungen in der Zehntscheune steigt. So wünschenswert auch weitere kulturelle Veranstaltungen in der Zehntscheune auch sind, allein mit ehrenamtlichen Mitarbeitern kann die Veranstaltungsbetreuung nicht geleistet werden.
Regionale2010
Die schon in 2009 begonnenen Maßnahmen zur Inwertsetzung der Klosterlandschaft Heisterbach wurden in 2010 vorangetrieben und sind noch nicht abgeschlossen. Die Baumaßnahmen „intra muros“ erschwerten zwar den Zugang zum Klostergelände, doch lockte die Berichterstattung darüber zahlreiche Besucher nach Heisterbach. Am 18. März wurde im Römisch-Germanischen Museum in Köln die Ausstellung „Archäologie im Rheinland“ eröffnet. Hier ist den Ausgrabungen in Heisterbach ein eigener Raum gewidmet, u.a. mit der Präsentation der im Zuge der Regionale2010 erarbeiteten digitalen Rekonstruktion der Klosterlandschaft. Letztere ist nun auch als DVD erhältlich.
Während des Projekttages am 9. Mai 2010 konnten die Besucher die Fortschritte der Inwertsetzung betrachten und sich bei unterschiedlichen Führungen informieren. Höhepunkt war die Präsentation des „Naexus“: ein unter der Betreuung von Prof. Dissenbacher (Hochschule Anhalt) entstandenes „3D Kino“, welches dem Benutzer erlaubt per Joy-Stick durch die rekonstruierte Klosterlandschaft zu wandern (noch in der Test-Phase). Gerne würden wir diese dreidimensionale Erschließung der rekonstruierten Klosterlandschaft dauerhaft vor Ort präsentieren, doch fehlen dazu z.Zt. die räumlichen und finanziellen Möglichkeiten.
Gleichzeitig wurde das von der Firma „FKK.Design“ neu entwickelte Design und die neue Internetplattform für die Klosterlandschaft (www.klosterlandschaft-heisterbach.de) vorgestellt und in Betrieb genommen. Hier stellt sich allerdings die Frage nach der Nachhaltigkeit. Wegen der Grafikerkosten ist z.B. für die Stiftung eine Nutzung des Designs nicht möglich. Zu fragen ist auch nach der Pflege der Internetpräsenz in der Zeit nach der Regionale2010.
Die mediale Gestaltung der Landschaft „intra“ und „extra muros“ ist in Vorbereitung. Hier sind die Mitglieder des Arbeitskreis Heisterbach als fachliche Berater angefragt.
Unter dem Thema „Reisen in die Heimat“ bot die Regionale am 10. Juli und 11. September 2010 geführte Wanderungen durch die Heisterbacher Klosterlandschaft an. In Zusammenarbeit mit der Thomas-Morus Akademie wurde am 19. September 2010 ein Seminar „Auf den Spuren der Zisterzienser“ in Heisterbach angeboten. Referenten seitens des Arbeitskreises waren Pfr. i.R. Georg Kalckert, Elmar Scheuren vom Siebengebirgsmuseum und Dr. Klaus Kleefeld. Ihnen sei an dieser Stelle für ihre nicht ermüdende Bereitschaft zur Erschließung der Klosterlandschaft gedankt.
Charte européenne
Dank der von Heisterbach ergriffenen Initiative weitet sich die Charte auch im deutschen Raum immer mehr aus. Neben den Vorstandssitzungen am 1. Februar, 14. Juni und 4. Oktober 2010, nahmen Pfr. i.R. Georg Kalckert und Pfr. Hoitz an der Generalversammlung am 17. April 2010 in Paris teil. Vom 8. – 10. September 2010 nahm Pfr. Kalckert an der Vorstandssitzung zur Vorbereitung der am 30. April 2011 erstmals in Deutschland stattfindenden Generalversammlung in Maulbronn teil.
Verbunden mit der Charte waren Pfr. Kalckerts Beteiligung am 750jährigen Jubiläum der Abtei Himmerod (14. März), die Aufnahme der ehemaligen Abtei Eberbach in die Charte am 20. März, der Bernardstag am 22. August in Himmerod, am 17. September die Tagung „Zisterzienser und Europa“ in Kamp und das Kolloquium „Reichsprälaten und Kirchenfürsten“ vom 24. – 25. September in Salem und dessen Aufnahme in die Charte.
Eine zweisprachige Publikation aller europäischen Mitgliedsstätten der Charte ist in Vorbereitung und soll zur Generalversammlung in Maulbronn vorgestellt werden.
Projekt Eurocist
Nach der Digitalisierung der Fotografien werden nun die in Papierform vorliegenden Dokumente zu den über 2000 erfassten Zisterzienserstätten Europas digitalisiert und in die Datenbank eingespeist. Langfristig ist zu überlegen, die vorhandene Datenbank über eine Internetplattform so zugänglich zu machen, dass sie mit abgestuften Zugriffsrechten (eingeschränkt: Tourismus; erweitert: Wissenschaft) genutzt werden kann und wir zugleich weitere Informationen von den Nutzern erhalten.
Zur Klosterlandschaft gehören auch die den einzelnen Abteien zugehörigen Klosterhöfe (Grangien). Diese werden z.Zt. von Pfr. Kalckert erforscht und der Sammlung hinzugefügt.
Weitere Veranstaltungen
Vom 25. – 28. April 2010 leitete Pfr. Kalckert eine 50köpfige Reisegruppe durch die Zisterzienserklöster Burgunds. Dabei wurde die Gruppe auch vom Präsidenten der Charte, Jean-Francois Leroux in Clairvaux begrüßt und gewann durch ihn Einblick in sonst der Öffentlichkeit nicht zugängliche Bereiche der ehemaligen Abtei, die heute Strafanstalt ist.
Am 4. September 2010 führte der Bergische Geschichtsverein mit ca. 300 Teilnehmern seine Jahrestagung in Heisterbach durch.
Am 5. September wurde im Haus Schlesien (Heisterbacherrott) die Ausstellung „200 Jahre Säkularisation in Schlesien“ eröffnet. Eine Zusatzausstellung präsentiert die Ergebnisse einer Beschäftigung der Schüler des CJD mit „Cäsarius“ und der Aufhebung der Abtei Heisterbach.
Führungen/Ausstellung Zehntscheune
Der Wunsch nach geführten Besichtigungen nimmt ständig zu. Seit 2010 erheben wir dafür einen Beitrag von 5 € p.P., Kinder und Schüler frei, Gruppen ab 30 Personen zahlen 2,50 € p.P. . Diese Führungen werden größtenteils von Frau Maria Wolters und Herrn Pfr. Georg Kalckert durchgeführt, wofür ihnen herzlich gedankt sei.
Ohne ehrenamtliche Mitarbeiter wäre es nicht möglich, die Zehntscheune an den Sonntagnachmittagen während des Sommers für das zahlreiche Publikum geöffnet zu halten. Unser herzlicher Dank gilt: Sr. Domitilla Büdenbender, Ursula Hardenberg, Liesel Hoitz, Susanne Hoitz, Christel und Agnes Sülzen, Monika Wagner, Martin Thiebes, Ernst Pieperbeck, Thomas Schumacher, Karl-Willi Weck und Gerhard Wiebe.
Ausblick
Fortgesetzt wird in 2011 die Reihe „Klassik in der Scheune“ mit dem Ensemble van Beethoven. Für 2011 gilt auch noch der Sponsorenvertrag mit der „Wohnungsgesellschaft des rheinischen Handwerks“.
Projektiert ist eine Ausstellung in der Fastenzeit 2011 (Aschermittwoch bis Palmsonntag). Evtl. mit dem Kölner Künstler Hans Christian Rüngeler.
In Arbeit ist eine Ausstellung zum „Heisterbacher Altar“ im LVR-Landesmuseum Bonn.
Wünschenswert wäre eine Neuherausgabe der von Cäsarius verfassten Vita des hl. Engelbert von Köln (1185 – 1125). Die 1955 erschienene Übersetzung von Karl Langosch ist vergriffen.
Ebenso wünschenswert wäre eine „Volksausgabe“ des „Dialogus miraculorum“ des Cäsarius.
Im Sinne einer „Qualitätssicherung“ sollte auch die Ausbildung von „Klosterlandschaftsführern“ in Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Verein, dem Siebengebirgsmuseum und den örtlichen Heimatvereinen projektiert werden.
Heisterbach, 18. Oktober 2010
Pfr. Markus Hoitz (Geschäftsführer) |
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